In den guten alten Tagen war die Aufnahme schon fast die eigentliche Produktion. Durch die begrenzten Möglichkeiten der analogen Ein-, Zwei- oder Vierspurtechnik musste der Toningenieur die Musik bereits beim Aufnehmen vorproduzieren. In der heutigen Zeit wiegt man sich in der Gewissheit, dass ja vieles noch beim Mixen korrigiert werden kann, oder noch schlimmer: beim Mastern. Dann wird massiv mit Software nachgebessert: der Gesang getunt, das Schlagzeug quantisiert, die Gitarre editiert ...

Dies entspricht nicht meiner Philosophie. Obwohl ich im späteren Verlauf einer Produktion auch auf die genannten Möglichkeiten zurückgreife, besteht für mich die eigentliche Kunst darin, schon während der Aufnahme das fertige Klangbild zu entwerfen. Anstatt stundenlang auf einem Bildschirm mit Plug Ins zu arbeiten, um eine schlechte Aufnahme zu retten investiere ich lieber die Zeit in eine gute Mikrophonierung und hochwertigen Sound der Instrumente.